09:30 Uhr: Begrüßung
09:50 Uhr: Einführung
Prof. Dr. Sophie Schmitt Justus-Liebig-Universität Gießen
10:10 Uhr: Keynote
Politische Bildung als Warnung vor dem „Zeitenende“
Dr. Dominique Miething, Freie Universität Berlin
Wie sollten Krieg und Frieden zukünftig im Unterricht thematisiert werden? Nach der „Zeitenwende“ (Olaf Scholz) infolge des Russisch-Ukrainischen-Kriegs kreist eine neuerliche Debatte in der Politikdidaktik um diese Frage. Der Vortrag geht davon aus, dass die von manchen Seiten geforderte gefährliche Aufrüstungspolitik samt Abschreckungsdoktrin uns dem „Zeitenende“ (Günther Anders) näherbringen und nicht die Abscheu vor jedem Krieg befördern wird. Stattdessen sollten in der politischen Bildung auch zukunftsorientierte Ideen gewaltfreier Politik als normative Zielvorstellung berücksichtigt werden.
11:00 Uhr: Pause
11:15 Uhr: Vormittagsworkshop
Sie können aus fünf Optionen wählen (s. u.). Wenn Sie sich für Workshop 1, 2, 3 oder 4 entscheiden, können Sie am Nachmittag zusätzlich einen weiteren Workshop aus dieser Reihe besuchen. Beim Workshop 5 handelt es sich um ein zusammenhängendes Angebot über Vor- und Nachmittag. Wenn Sie diesen wählen, nehmen Sie ausschließlich an diesem Workshop teil.
1 Krisen und Kriege überall. Wie gelingt der Friede?
Dr. Stefan Kroll, PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung
Der Workshop bietet einen Überblick über das aktuelle globale Konfliktgeschehen. Vor diesem Hintergrund wird
diskutiert, wie Gewalt überwunden und Frieden gefördert werden kann. Ziel ist es, die politische Bildung dabei zu
unterstützen, Orientierungswissen zu globalen Konflikten zu vermitteln – als Grundlage, um die gegenwärtige Lage
nicht nur besser zu analysieren, sondern auch selbst aktiv und wirksam handeln zu können.
2 Theorien internationaler Konflikte und ihre Anwendung im Unterricht am Beispiel der Sahelregion
Dr. Frauke Banse, Universität Kassel
Zentrale Aufgabe politischer Bildung ist es, Ursachen, Akteursinteressen und mögliche Lösungen für (internationale) Konflikte zu diskutieren. Dabei prägen theoretische Grundannahmen (un-)bewusst die „Linse“. Exemplarisch bearbeiten wir im Workshop gegenwärtige und vergangene Kriege in der Sahelregion. Dabei finden politisch-ökologische, postkoloniale, imperialismustheoretische, liberale und realistische Perspektiven Beachtung. Wir diskutieren, wie diese verschiedenen Linsen im Unterricht nutzbar gemacht werden können.
3 Desinformation aufdecken – Propaganda entlarven. Sicher recherchieren und Demokratie fördern
Sandra Ließmann, Hessischer Rundfunk
Jugendliche sind vor allem in sozialen Netzwerken mit fragwürdigen Inhalten konfrontiert. Falsche Behauptungen, Populismus und Propaganda sind oft schwer zu erkennen. Dieser Workshop vermittelt Lehrkräften einen Überblick über den Einsatz von Fact-Checking-Methoden sowie Werkzeuge für das kritische Überprüfen von Informationen. Außerdem wird der CREATOR ROOM, das Medienkompetenz-Studio des Hessischen Rundfunks, vorgestellt.
4 Politische Bildung durch_für_über den Schulstreik gegen Wehrpflicht
Konstantin Korn, Justus-Liebig-Universität Gießen
Streiken zu gehen ist eine typische Form politischer Handlung und die Befähigung dazu ein Ziel politischer Bildung. Die aktuellen Schulstreiks gegen Wehrpflicht nehmen wir im Workshop – zusammen mit jungen Streikenden – zum Anlass, um über diese politische Handlungsform zu diskutieren. Wie kann politische Bildung über Schulstreiks aussehen? Was können Jugendliche durch Streikteilnahme lernen? Was brauchen Jugendliche für einen Streik?
5 Wie reden über Israel/Palästina in pädagogischen Räumen?
Hanif Aroji, Bildungsstätte Anne Frank
Das Sprechen über den Konflikt zwischen Israel und Palästina ist schwierig bis unmöglich. Jeder Versuch einer Empathiebekundung für das Leid der Betroffenen führt zu einer Diskussion über Gerechtigkeit. In Deutschland ist diese Diskussion besonders emotional und führt zu einer gefühlten Zweiteilung der Gesellschaft. Warum ist das so? In diesem Workshop beleuchten wir Perspektiven auf das Thema, um die Unversöhnlichkeit der Positionen zu ver stehen. Wir zeigen Wege auf, damit pädagogisch umzu gehen.
12.45 Uhr: Mittagspause bei Büchertischen
13.45 Uhr: Netzwerken, Inspiration, Austausch Speeddating mit außerschulischen Bildungsträgern und Projekten, Besuch des DemokratieWagens und der Büchertische
14.30 Uhr: Nachmittagsworkshop
Wenn Sie am Vormittag Workshop 1, 2, 3 oder 4 besucht haben, können Sie jetzt am Nachmittag einen weiteren Workshop aus dieser Reihe besuchen.
16.00 Uhr: Kaffee und Kuchen
16.15 Uhr: Podiumsdiskussion
Kriegstüchtigkeit und Friedensfähigkeit als Bildungsaufträge
Kommentar: Zunehmend formuliert die Politik „Kriegstüchtigkeit“ als neues gesellschaftliches Ziel. Für Schulen und Lehrende steht dies im Konflikt mit dem Ziel der „Friedensfähigkeit“ und Prinzipien wie dem Beutelsbacher Konsens. Da sich die Debatte aktuell vor allem am Einsatz von „Jugendoffizieren im Unterricht“ entzündet, suchen wir mit entsprechenden Gästen das kontroverse Gespräch.
17.00 Uhr Gemeinsamer Abschluss und Ende der Tagung
